Wenn Manuel Gierlinger in der Halle steht, dann ist das kein Job. Es ist ein Stück Leben. Wer ihn kennt, weiß: Er redet nicht groß daher. Aber wenn es um Handball geht, merkt man schnell, wie viel Herz da drinsteckt. Als Spieler hat er hier Titel gefeiert, als Trainer formt er heute die nächste Generation. Und irgendwie fühlt sich das alles sehr rund an.
Begonnen hat alles mit zehn oder elf Jahren – natürlich beim HC LINZ AG. Ein Bekannter der Eltern nahm ihn einmal mit zu einem Spiel. „Ich war sofort begeistert“, erinnert er sich. Kurz darauf stand sein Bruder im Training, wenig später er selbst. Nebenbei war er damals auch noch in der Leichtathletik aktiv. Bewegung war immer schon ein Thema. Was folgte, ist bekannt: Jugendtitel, HLA-Finale, Einsätze im Nationalteam, Cupsieg mit Schwaz, Kapitänsschleife, große Abende. Und auch bittere Niederlagen. „Die beschäftigen mich schon“, sagt er. „Aber irgendwann will ich wieder ins Tun kommen. Zu lange nachdenken bringt nichts.“ Wer ihn als Spieler erlebt hat, weiß: Er war nie der Lauteste, aber einer, der vorangegangen ist. Einer, der Verantwortung übernommen hat.
Trainer aus Überzeugung
Mit Anfang 20 begann er in Schwaz als Jugendtrainer. U11. Später wurde er mit dieser Mannschaft österreichischer Meister in der U15. Von den Minis bis zur U20 hat er dort alles trainiert. „Das war extrem wertvoll. Jede Altersstufe ist anders, das schärft den Blick.“ Zurück in Linz übernahm er die OÖ-Auswahl – Jahrgang 2000. Einige Namen von damals spielen heute in der HLA: Silas, Zwicki, Jakob oder Mo. Danach U20, dann zwei Saisonen als Cheftrainer der HLA. Eine kurze Pause. Und schließlich zurück – als Co-Trainer und inzwischen auch im Future Team. „So viele Stationen hatte ich schon – dabei fühl ich mich gar nicht so alt“, sagt er und lacht. Was ihm wichtig ist? Teamgefüge. Haltung. Arbeit. Er spricht gerne über Werte. „Hard work beats talent when talent doesn’t work hard.“ Das ist kein Spruch fürs Poster, das lebt er. Er tauscht sich regelmäßig mit seinem Bruder Erwin aus, selbst erfolgreicher Trainer. „Ich schätze seinen Blick sehr.“ Und wenn man fragt, wo er sich in fünf Jahren sieht? „Beim HC LINZ AG. Hier passt für mich alles – Familie, Beruf, Handball.“
Mehr als nur Handball
Denn Handball ist nicht alles. Manuel ist Lehrer. Und Familienmensch. Wenn er nicht in der Halle steht, verbringt er am liebsten Zeit mit seiner Familie – idealerweise irgendwo am Meer. Rituale vor Spielen? Als Spieler hatte er sie. Bestimmte Kleidungsstücke, Abläufe, Musik. Heute ist er entspannter. Aber die Spannung bleibt. „Bei U11-Spielen hatte ich damals fast genauso Puls wie bei HLA-Spielen.“ Wer mit Spielern über ihn spricht, hört oft dasselbe: ruhig, klar, ehrlich. Und trotzdem mit einem guten Schmäh. Im Future Team gilt übrigens Justin als größter Spaßvogel – auch wenn er manchmal gar nicht lustig sein will. Manuel Gierlinger ist keiner, der große Schlagzeilen braucht. Er ist einer, der da ist. Seit Jahren. Als Spieler, als Kapitän, als Trainer. Einer, der weiß, was dieser Verein bedeutet – und der mithelfen will, dass auch die nächsten Generationen das spüren. Oder einfacher gesagt: Einer von uns.
WORDRAP
Training ist für mich Die Grundlage für alles Weitere!
Vor einem Spiel brauche ich Gute Musik!
Mein größter Handball-Crash war Mein Kreuzbandriss
Mein Spitzname Früher als Spieler war es beim HC LINZ AG „Meter“, weil ich damals der Kleinste war, als ich bei den Älteren schon ein bisschen mittraineren durfte. Danach Manni – jetzt eigentlich keiner.
Ohne das könnte ich nicht leben Ohne meine Familie natürlich! Aber auch gutes Essen und Urlaube dürfen nicht fehlen. Am besten eine Kombination von den dreien.
Mein geheimes Talent abseits vom Handball ist …meistens ganz gut gelaunt zu sein.
Mein größter Fanmoment…als ich in Georgien angespuckt wurde, aber ich glaub´, das war kein Fan von mir
Handball in drei Worten? …Mannschaft, Leidenschaft, Emotionen
Der schlimmste Ohrwurm vor einem Spiel Atemlos
Wenn ich ein Superheld wäre, hätte ich die Superkraft Beamen
Meine Spieler würden sagen, ich bin hoffentlich ehrlich und verlässlich
Am liebsten würde ich einmal gegen …den SC Magdeburg spielen




