Mit 13 Jahren begann alles in Brčko – heute steht Pavle Petrovic im Rückraum des HC LINZ AG. Der Weg führte ihn über Meistertitel in Nordmazedonien bis in die EHF Champions League. Ein Spieler mit internationaler Erfahrung, klaren Zielen und dem festen Willen, noch mehr zu erreichen.
Als Pavle Petrovic mit 13 Jahren zum ersten Mal einen Handball in der Hand hielt, war das keine große Karriereentscheidung. Es war eine Einladung von Freunden. Beim Verein Lokomotiva Brčko probierte er sich aus – zunächst als Rechtsaußen. Sein Bruder spielte dort, die Stimmung passte, der Sport packte ihn sofort.
Ein Jahr später folgte der nächste Schritt: Aufnahme in die erste Mannschaft. Jüngster Spieler im Team, erstes Spiel, drei Tore. „Das war etwas ganz Besonderes für mich“, erinnert er sich. „In diesem Moment habe ich gemerkt, dass ich Handball wirklich liebe.“
Von der Heimat auf Europas Bühne
Bis zu seinem 20. Lebensjahr blieb Petrovic seinem Heimatverein treu. Dann wagte er den Sprung ins Ausland – nach Nordmazedonien zu Pelister. Zunächst zwei Jahre in der zweiten Mannschaft, inklusive Qualifikationsspielen für die EHF Europa League. Danach der Sprung ins A-Team. Drei weitere Jahre auf höchstem nationalen Niveau folgten – mit drei Meistertiteln in der Liga.
Der Höhepunkt dieser Zeit: das Debüt in der EHF Champions League. „In der Champions League zu spielen, war einer der größten Momente meiner Karriere“, sagt er ruhig. Große Hallen, große Gegner, großer Druck – genau das, wofür man trainiert.
Nach insgesamt fünf Jahren bei Pelister führte sein Weg schließlich nach Linz. Verletzungen blieben lange kein Thema, erst vor kurzem musste er einen Bänderriss auskurieren. Inzwischen ist er wieder voll einsatzbereit.
Training, Disziplin und ein kurzer Moment der Ruhe
Ein typischer Trainingstag beginnt für ihn zwischen acht und neun Uhr. Frühstück? Meistens nicht. Am Vormittag steht Krafttraining auf dem Programm – entweder mit der Mannschaft oder individuell. Danach Mittagessen, kurze Pause, vielleicht ein Film, Videospiele oder ein Buch. Am Nachmittag geht es wieder in die Halle.
Die härtesten Einheiten? „Ganz klar die Vorbereitung. Besonders am zweiten oder dritten Tag.“ Da merkt man, wer wirklich bereit ist, an seine Grenzen zu gehen. Seine Position im Rückraum verlangt viel Körperkontakt. Trotzdem gibt es eine Rolle, die er niemals spielen möchte: Kreisläufer. „Das wäre nichts für mich“, sagt er schmunzelnd. Vor dem Spiel hat er kein großes Ritual. Aber einen Moment gibt es immer: ein kurzes Gebet. Danach zählt nur noch das Spiel. Musik läuft in der Kabine – kein bestimmter Stil, Hauptsache Energie.
Mit Niederlagen geht er schwer um. „Ich bin danach meist ruhig und in mich gekehrt.“ Oft schaut er sich Spielaufnahmen an, analysiert seine Aktionen, sucht nach Verbesserungen. Zu lange grübeln will er aber nicht – irgendwann muss man wieder nach vorne schauen. Seine ersten Vorbilder waren Luc Abalo – weil er auf derselben Position spielte – später Alex Dujshebaev. Außerhalb des Handballs nennt er Novak Đoković als großes Idol. Disziplin, mentale Stärke, Fokus – Eigenschaften, die er auch selbst anstrebt.
In fünf Jahren sieht sich Petrovic wieder auf internationalem Niveau. „Ich möchte wieder europäische Wettbewerbe spielen und mich dort dauerhaft etablieren.“ Ein großes Nationalmannschaftsturnier bleibt ein Traum.




