Wenn Andrei Klimavets aus dem Rückraum hochgeht, weiß jeder in der Halle, was kommt. Druck, Tempo, Abschluss. Unser Shooter lebt für genau diese Momente und hat einen Weg hinter sich, der alles andere als gewöhnlich ist.
Angefangen hat alles ziemlich klassisch. Mit etwa zehn Jahren stand Klimavets zum ersten Mal in der Halle. Der Vater selbst Handballer, der Funke schnell übergesprungen. Erste Station war sein Heimatverein in Gomel. Dort wurde aus dem Talent ein Profi, erster Vertrag, erster Schritt in die große Welt.
Und dann ging es los mit dem Handballleben. Ukraine, Russland, Bosnien und schließlich Österreich. Motor Saporischschja, CSKA Moskau, Chekhovskie Medvedi, Zenit, Borac und jetzt Linz. Viele Stationen, viele Eindrücke, viele unterschiedliche Ligen.
So richtig hängen geblieben ist von seinem ersten Spiel im Männerbereich nicht viel. Ein bisschen Nervosität, viel Adrenalin. Aber genau das ist es, was ihn bis heute antreibt. Dieses Gefühl, wenn es ernst wird.
Handball ist für ihn keine Phase, kein Plan B. Es ist das, was er machen will. Punkt. Titel gewinnen, dafür arbeitet er das ganze Jahr. Das sind die Momente, die zählen.
Shooter mit klarer Haltung
Sein Alltag wirkt entspannt, ist aber durchgetaktet. Spät aufstehen, frühstücken, raus an die frische Luft, essen, kurz runterfahren. Dann Training am Abend. Und dort wird geliefert.
Das härteste Training? Kommt laut ihm erst noch. Klingt nach jemandem, der noch lange nicht am Limit ist.
Nach Niederlagen zeigt sich sein Ehrgeiz. Direkt nach dem Spiel ist er sauer. Später wird analysiert, ruhig und ehrlich. Was war schlecht, was muss besser werden. Genau dieser Mix macht ihn aus.
Rituale hat er auch. Beim Warm-up immer lange Trainingshose. Ohne die geht nichts. Zwischen den Pfosten? Lieber nicht. Torwart ist keine Option.
Vom Talent zum Top-Schützen
Abseits der Platte bleibt er locker. Musik in der Kabine? Sollen andere entscheiden, bei uns kümmert sich David darum. Teamkollegen wie Jadranko sorgen für Stimmung, wenn es mal ruhiger wird. Und nach dem Spiel? Meistens Pizza. Einfach, aber effektiv.
Sein verrücktester Moment hat mit Handball und Schmerz zu tun. Nach einem Zusammenprall musste ihm im Krankenhaus ein fremder Zahn aus dem Kopf entfernt werden. Der Arzt meinte noch trocken, er könne ihn ja zurückschicken. Geschichten, die nur dieser Sport schreibt.
Am Wochenende nutzt er die Zeit, um runterzukommen. Rausgehen, neue Ecken entdecken, einfach abschalten. Und wenn man ihn nach der Zukunft fragt, bleibt er entspannt. In fünf Jahren soll man nochmal nachfragen.
Was er jungen Spielern mitgibt, ist klar. Selbstvertrauen haben. An sich glauben. Genau das sieht man auch bei ihm auf dem Feld. Keine Zweifel, kein Zögern. Wenn Klimavets hochsteigt, zieht er durch. Und genau deshalb feiern ihn die Fans.
WORD RAP
Training ist für mich Spaß
Vor einem Spiel brauche ich eine Nacht gut schlafen
Mein größter Handball-Crash war Fußballspielen gegen die Jüngeren im Training
Mein Spitzname in der Mannschaft Klim oder Klimo
Ohne das könnte ich nicht leben mein Handy
Mein geheimes Talent abseits vom Handball sind Tennis spielen
Mein größter Fanmoment als Gegenstände auf unser Team aufs Spielfeld geworfen wurden
Im Training hasse ich am meisten nur laufen ohne Übungen
Handball in drei Worten? Arbeit, Spaß, Emotionen
In der Mannschaft bin ich bekannt der Ruhigste zu sein
Mein schlimmster Ohrwurm vor dem Spiel wahrscheinlich irgendein Balkansong
Wenn ich ein Superheld wäre, hätte ich die Superkraft Teleportation
Meine Spieler würden sagen, ich bin einfach ein normaler Typ
Am liebsten würde ich einmal gegen meinen Vater spielen
Der peinlichste Moment in meiner Karriere einen Flug zu einem Auswärtsspiel zu verpassen




