Vom elfjährigen Burschen, der mit Freunden zum Handball kam, zum Meistertrainer beim HC LINZ AG: Milan Vunjak lebt für den Sport – und genau das spürt man jeden Tag.
Mit elf Jahren hat alles angefangen. Ganz einfach, weil seine Freunde schon beim Training waren. „Ich bin mitgegangen, um Spaß zu haben und Leute kennenzulernen“, erzählt Milan Vunjak. Handball war damals in seiner Umgebung groß, die erste Mannschaft erfolgreich – und genau dort wollte man auch irgendwann stehen. Aus dem Mitlaufen wurde schnell mehr. Ehrgeiz kam dazu, dann die ersten Ziele.
Als Trainer startete er beim HC Bruck. Vier Jahre blieb er dort – und die waren richtig gut. Meister geworden, Aufstieg geschafft, den Verein nach vielen Jahren zurück in die HLA gebracht. Danach ging’s weiter nach Bärnbach/Köflach. Auch dort lief es ähnlich: wieder Titel, wieder Aufstieg. Seit 2020 steht er jetzt beim HC LINZ AG an der Linie. Und auch hier hat sich einiges getan: Meistertitel, Supercup, internationale Spiele.
Sein erstes Spiel als Trainer hat er bis heute im Kopf. Heimspiel, Sieg – aber davor war er ziemlich nervös. „Ich wollte meine Familie und die Leute, die an mich geglaubt haben, nicht enttäuschen.“ Dieser Druck gehört für ihn einfach dazu. Und vielleicht ist genau das auch der Grund, warum er immer alles rausholt.
Verlieren? Mag er gar nicht
Wer ihn kennt, weiß: Verlieren taugt ihm nicht. „Das war schon als Spieler so. Ich wollte immer gewinnen – sogar beim Aufwärmen.“ Und das hat sich bis heute nicht geändert. Trotzdem weiß er, dass er als Trainer anders damit umgehen muss. Nach Niederlagen bleibt er ruhig, schaut sich alles genau an und zieht seine Schlüsse.
Sein größter Moment? Ganz klar: der Meistertitel mit dem HC LINZ AG. Weil da einfach alles zusammengepasst hat.
Und dann gibt’s noch die Geschichten, die nur der Sport schreibt. Eine davon ist ihm besonders im Kopf geblieben: „Nach einer knappen Heimniederlage ist ein etwas besser gelaunter Herr mit seiner Frau aufs Spielfeld gekommen und hat mir erklärt, was ich als Trainer anders machen soll – und dass ich ihn das nächste Mal fragen soll, wenn ich es nicht weiß.“
Heute kann er darüber lachen.
Einfach arbeiten und dranbleiben
Was ihm wichtig ist, sagt er auch seinen Spielern: arbeiten, dranbleiben, nicht abheben. „Du musst bodenständig bleiben. Probleme kommen sowieso – entscheidend ist, wie du damit umgehst.“
Sein Vorbild kommt übrigens aus dem Fußball: Carlo Ancelotti. Ruhig, klar, erfolgreich – das gefällt ihm.
Wenn er mal nicht in der Halle steht, verbringt er die Zeit am liebsten mit der Familie. Abschalten, runterkommen, Energie tanken. Und wie sieht die Zukunft aus? „Ich hoffe, dass ich auch in fünf Jahren noch beim HC LINZ AG bin.“
Klingt nicht nach großen Worten – aber genau so ist er auch. Klar, direkt und immer voll dabei.
Wordrap
Training ist für mich… Herausforderung
Vor einem Spiel brauche ich unbedingt..ruhig und locker zu sein
Mein größter Handball-Crash war…Niederlage in Finale
Mein Spitznamen in Mannschaft…Milan Coach
Ohne das könnte ich nicht leben….Humor, Familie
Mein geheimes Talent abseits vom Handball…Tiramisu
Der verrückteste Fan-Moment war… Der gegnerische Trainer zündete sich aus Protest eine Zigarette auf der Bank an.
Pizza oder Pasta…Pizza
Frühaufsteher oder Nachteule..Nachteule
Handball in drei Worten…Mannschaft, Taktik, Leidenschaft
In der Mannschaft bin ich bekannt für…dass ich viel fordere
Schlimste Ohrwurm..Coco Jamboo
Superheld mit Superkraft…Teleportation
Meine Spieler würden sagen,ich bin..hoffentlich ehrlich
Am liebsten würde ich einmal gegen…Michael Jordan Basketball spielen
Peinlichste moment meiner Kariere … Beim Aufwärmen traf ich einen Volunteer hinter dem Tor am Kopf, der gerade Plakate aufhängte.




