Bernhard Ditachmair: „Das ist echte Vereinsarbeit!“

8. Oktober 2026
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Guter Saisonstart, zwei wichtige Vertragsverlängerungen und ein Platz auf dem Podest beim ASKÖ-Jugendförderpreis: Beim HC LINZ AG tut sich einiges. Präsident Bernhard Ditachmair spricht im Interview über eine Mannschaft, die nach dem Umbruch im Sommer Woche für Woche zusammenwächst, über die Bedeutung von Lucijan und Milan und über seinen großen Traum: eines Tages mehrere Spieler auf dem Feld zu sehen, die beim HC LINZ AG als Kinder begonnen haben.

Die Mannschaft ist gut in die Saison gestartet und hat zuletzt wieder wichtige Siege eingefahren. Wie zufrieden bist du mit der Entwicklung der Mannschaft und was macht dir aktuell besonders Mut?

BD: „Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung. Natürlich schaut man als Präsident genau hin, gerade wenn eine Mannschaft im Sommer einen größeren Umbruch erlebt hat. Aber ich hatte immer großes Vertrauen in unsere Mannschaft und unser Trainerteam. Wir haben viele neue Spieler integriert, und das braucht natürlich etwas Zeit. Entscheidend ist für mich aber, dass man von Woche zu Woche Fortschritte sieht. Die Mannschaft wächst immer mehr zusammen, die Abläufe werden besser und die Stimmung innerhalb des Teams ist hervorragend. Dass wir letztes Wochenende wieder gewonnen haben, freut mich natürlich besonders. Solche Ergebnisse bestätigen den eingeschlagenen Weg. Ich bin stolz auf die Mannschaft, auf unser Trainerteam und auf alle, die jeden Tag dafür arbeiten. Wir sind auf einem guten Weg – und ich bin überzeugt, dass da noch viel möglich ist.“

Wir haben mit Lucijan und Milan zwei Erfolgsgaranten der letzten Jahre verlängert. Was macht die beiden aus?

BD: „Beide stehen für Qualität, Erfahrung und Konstanz. Was mir aber mindestens genauso wichtig ist: Beide identifizieren sich zu hundert Prozent mit dem HC LINZ AG. Gerade in einer Mannschaft mit vielen neuen Spielern sind solche Persönlichkeiten enorm wertvoll. Lucijan und Milan kennen den Verein, unsere Strukturen und unsere Ziele. Sie geben der Mannschaft Sicherheit und übernehmen Verantwortung. Und natürlich sind sie auch sportlich sehr wichtig. Wir wollen ambitioniert sein und um etwas spielen – dafür brauchen wir Spieler, die in entscheidenden Momenten vorangehen. Ich bin sehr stolz, dass wir beide weiterhin bei uns haben.“

Der Umbruch in der Mannschaft ist auch in diesem Sommer wieder groß gewesen. Wie sieht eure langfristige Philosophie aus?

BD: „Unser Ziel ist eine gute Mischung aus Kontinuität, eigenen Talenten und erfahrenen Spielern. Natürlich wäre es schön, eine Mannschaft über viele Jahre gemeinsam zu entwickeln. Das schafft Identität und ist für die Fans etwas Besonderes. Gleichzeitig ist der Profisport sehr dynamisch. Deshalb ist es für uns entscheidend, eine starke Struktur aufzubauen, die unabhängig von einzelnen Spielern funktioniert. Und hier spielt unsere Nachwuchsarbeit eine ganz zentrale Rolle. Wir wollen unsere eigenen Talente entwickeln und ihnen den Weg in die Kampfmannschaft ermöglichen. Wenn ein junger Spieler gemeinsam mit erfahrenen Spielern und starken Legionären den nächsten Schritt macht, ist das für mich die ideale Kombination. Mein persönlicher Traum ist natürlich, irgendwann mehrere Spieler auf dem Feld zu sehen, die beim HC LINZ AG als Kinder begonnen haben. Das wäre ein großartiges Zeichen für unseren gesamten Verein.“

Ist auch eine Mannschaft mit sehr vielen österreichischen Spielern denkbar?

BD: „Ich würde mich nicht auf eine bestimmte Quote festlegen. Unser Anspruch ist, eine starke und konkurrenzfähige Mannschaft aufzubauen. Was wir aber ganz klar wollen, ist, österreichischen Spielern und insbesondere unseren eigenen Nachwuchsspielern Chancen zu geben. Wir haben in Österreich viele hervorragende Talente, und wir müssen ihnen die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln. Wenn wir irgendwann eine Mannschaft haben, in der sehr viele Spieler aus unserem eigenen Nachwuchs stehen, wäre das natürlich eine fantastische Geschichte. Für mich verbindet sich darin sportliche Qualität mit Identifikation – und genau dafür steht der HC LINZ AG.“

Der HC LINZ AG hat zuletzt den zweiten Platz beim

ASKÖ-Jugendförderpreis erhalten. Wie wichtig ist dir die Nachwuchsarbeit?

BD: „Die Nachwuchsarbeit ist für mich das Fundament unseres gesamten Vereins und ich bin unglaublich stolz auf das, was hier in den vergangenen Jahren aufgebaut wurde. Natürlich freue ich mich über Siege unserer Kampfmannschaft. Aber genauso stolz bin ich, wenn ich bei einem Nachwuchsspiel in der Halle sehe, mit welcher Begeisterung unsere Kinder und Jugendlichen Handball spielen. Unser Ziel muss sein, jungen Menschen eine echte Perspektive zu geben. Sie sollen wissen: Wenn ich beim HC LINZ AG anfange, hart trainiere und mich weiterentwickle, dann kann mein Weg irgendwann bis in die Kampfmannschaft führen. Das ist für mich echte Vereinsarbeit. Und es geht dabei nicht nur darum, Bundesligaspieler hervorzubringen. Wir wollen Menschen für den Handball begeistern. Vielleicht wird aus einem Spieler später ein Profi, ein Trainer, ein Funktionär oder einfach ein lebenslanger Fan unseres Vereins. Jeder einzelne Weg ist wertvoll.“

Was hat sich in der Jugendarbeit in den vergangenen Jahren getan?

BD: „Sehr viel. Wir haben die Nachwuchsarbeit Schritt für Schritt professionalisiert und vor allem versucht, die einzelnen Altersstufen noch besser miteinander zu verbinden. Mir ist wichtig, dass wir nicht nur kurzfristig denken. Nachwuchsarbeit ist eine Investition in die nächsten fünf, zehn oder fünfzehn Jahre. Dafür brauchen wir hervorragende Trainer, gute Rahmenbedingungen und eine klare langfristige Strategie. Und genau daran arbeiten wir. Ich bin stolz auf unsere Nachwuchstrainer, auf unsere Jugendspieler und auf alle Eltern und Ehrenamtlichen, die diesen Weg unterstützen. Sie alle sind ein wichtiger Teil des HC LINZ AG.“

HC LINZ AG

• 8-facher Österreichischer Meister
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