Sein großer Bruder hat ihn zum Handball gebracht, heute geht Bryan Nana Agyapong seinen eigenen Weg am rechten Flügel. Ein Porträt über Ronaldo-Mentalität, Pizza Tonno und einen Siebenmeter, der auf der Tribüne landete.
Wenn der große Bruder Handball spielt, bleibt das nicht lange ohne Folgen. Bei Bryan war es Marques, der ihn zum Sport gebracht hat. Mit 14 Jahren startete er beim HC LINZ AG, und zwar gleich auf der Position, auf der er bis heute zu Hause ist: am rechten Flügel.
Für Bryan ist Handball mehr als ein Hobby. „Sport bedeutet für mich Leidenschaft, Disziplin und Weiterentwicklung“, sagt er. „Er motiviert mich, jeden Tag besser zu werden.“
Zwei Vorbilder, zwei Gründe
Bei seinen Vorbildern weiß Bryan genau, was er sich abschauen will. Im Handball ist es Luc Abalo, wegen seines Spielstils. Passenderweise hat der Franzose jahrelang auf genau derselben Position für Furore gesorgt. Außerhalb der Halle blickt Bryan zu Cristiano Ronaldo auf. Nicht wegen der Tore, sondern wegen der Mentalität.
Die braucht er vor allem im Sommer. Die Vorbereitung ist für ihn jedes Jahr das härteste Stück Arbeit. Vor den Spielen setzt Bryan dann auf Kopfkino: Er setzt sich hin und stellt sich vor, dass er heute alles perfekt macht. Einen Lieblingsmoment gibt es für ihn deshalb auch nicht. „Jedes Spiel ist für mich ein besonderer Moment.“
Lieber kurz in Ruhe lassen
Läuft es nicht, braucht Bryan erst einmal Abstand. „Nach einer Niederlage bin ich am Anfang schwer anzusprechen, besonders wenn ich nicht gut gespielt habe“, gibt er zu. Abgehakt ist das Spiel damit aber noch lange nicht. Am Abend geht er im Kopf noch einmal durch, was nicht funktioniert hat. Wer so an sich arbeitet, hat ein klares Ziel vor Augen: In fünf Jahren will Bryan Stammspieler in einer guten Mannschaft sein.
Ein Wurf für die Geschichtsbücher
Ganz ernst geht es natürlich nicht immer zu. Für Stimmung im Team sorgen laut Bryan vor allem Stoja und Lucijan. Und für den lustigsten Moment seiner Karriere hat er selbst gesorgt: Einen Siebenmeter hat er so verworfen, dass der Ball Richtung Tribüne flog. Peinlich findet er das übrigens nicht. Einen peinlichsten Moment gab es nach eigener Aussage bisher nämlich noch keinen.
Abseits der Halle bleibt Bryan in Bewegung. Am liebsten trainiert er im Calisthenics-Park. Oder er macht das genaue Gegenteil und liest ein Buch.
BRYAN NANA AGYAPONG
Position: Rechts AußenNummer: 9
Geb.am 25.10.2007
Größe: 182 cm
Gewicht: 78 kg
WORD RAP
Training ist für mich Fortschritt.
Vor einem Spiel brauche ich unbedingt Musik.
Mein Spitzname in der Mannschaft lautet Kobe.
Ohne das könnte ich nicht leben meine Familie.
Mein geheimes Talent abseits vom Handball ist Gitarre spielen.
Pizza oder Pasta? Pizza.
Frühaufsteher oder Nachteule? Nachteule.
Handball in drei Worten? Disziplin, Leidenschaft, Teamgeist.
Der schlimmste Ohrwurm, den ich je vorm Spiel hatte, war Not like us von Kendrick Lamar.
Wenn ich ein Superheld wäre, hätte ich die Superkräfte Gedanken lesen.
Meine Spieler würden sagen, ich bin ruhig und nonchalant.




