Seit Sommer 2025 steht er zwischen den Pfosten des HC LINZ AG: der belarussische Torhüter Aliaksei Kishou. Mit über zwei Jahrzehnten im Profihandball bringt er Routine, Ruhe und eine gute Portion Humor mit – und passt damit perfekt ins Linzer Team.
Vom Gitarristen zum Goalie
Bevor Aliaksei Kishou mit dem Handball begann, war er sieben Jahre lang an der Musikschule – mit der Gitarre in der Hand. „Ein Freund hat mir erzählt, dass sein Vater Handball gespielt hat. Wir beschlossen, es gemeinsam zu versuchen – und ich bin dabei geblieben“, erzählt er. Schon damals stand fest, dass er ins Tor will: „Ich wusste, dass ich nicht viel laufen wollte – also war die Position klar.“
Sein erster Verein war SKA Minsk, einer der traditionsreichsten Clubs in Belarus. Dort begann eine Karriere, die ihn durch mehrere Länder führte – Russland, Österreich und nun Linz. „Die Saison 2025/26 ist meine 22. Profisaison. In dieser Zeit habe ich bei Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und in der Champions League gespielt. Aber ich hoffe, dass mein größter Moment noch kommt.“
Erfahrung, die zählt
Aliaksei Kishou kann auf über 60 Länderspiele für die belarussische Nationalmannschaft zurückblicken, darunter drei EM-Teilnahmen (2014, 2016, 2020) und eine WM-Teilnahme 2021 in Ägypten. Auf Vereinsebene feierte er Pokalsiege mit SKA Minsk und Handball Tirol. Seine Stationen reichen von St. Petersburg über Zarya Caspian bis hin zu Handball Tirol, wo er viele Jahre das Tor hütete, bevor er im Sommer 2025 nach Linz wechselte. „Sport ist ein Leben, in dem man jeden Tag etwas Neues lernt, Erfahrungen teilt und neue Leute kennenlernt“, sagt er. Vorbilder hat er viele – im Handball unter anderem Niklas Landin und Arpad Sterbik, außerhalb des Sports Michael Jordan und Rafael Nadal. „Sie alle haben diesen Willen, besser zu werden. Das beeindruckt mich.“
Routine, Disziplin und Volkslieder
Kishous Tagesablauf ist klar strukturiert: Training, Essen, Familie, Schlaf. „Nichts Besonderes“, meint er schmunzelnd. Doch wer ihn kennt, weiß: Gerade diese Beständigkeit ist seine Stärke. Vor Spielen gibt es keine Rituale – nur Musik. „Ich höre belarussische Volkslieder. Sie motivieren mich und bringen mich in die richtige Stimmung.“ Nach Spielen fällt das Abschalten schwer. „Ich schlafe nach einem Spiel fast nie sofort ein. Der Kopf arbeitet noch weiter.“ Mit Niederlagen geht er gelassen um: „Wenn wir verloren haben, haben wir nicht genug getan, um zu gewinnen. Eine Niederlage ist ein Entwicklungsschritt.“
Humor, Teamgeist und Zukunftsziele
Im Team gilt Aliaksei als ruhiger, aber humorvoller Kollege. „Die größten Spaßvögel? Die ganze Mannschaft!“, sagt er lachend. Nach einem harten Match ist er unkompliziert: „Ich esse fast alles.“ Und wenn er mal nicht in der Halle steht? „Dann fahre ich Ski.“ Auf die Frage, wo er sich in fünf Jahren sieht, antwortet er mit einem Augenzwinkern: „Auf dem Gipfel des Everest.“ Was er seinen Mitspielern mitgeben möchte? „Ratschläge, Wissen, Erfahrung – und Unterstützung. Gemeinsam sind wir stärker.“
ALIAKSEI KISHOU
Position: Tor
Geburtsdatum: 23. September 1986
Trikotnummer: 23
Größe: 193 cm
Gewicht: 101 kg
Alter: 39
WORDRAP MIT ALIAKSEI
Training ist für mich ein Weg, meine Grenzen zu testen und stärker zu werden.
Vor einem Spiel brauche ich Fokus und ein paar Stunden Ruhe.
Mein größter Handball-Crash war als wir mit der U20 nicht zur WM kamen. Wir haben gegen Portugal gespielt, hatten eine +6-Führung, aber -2 verloren….
Ohne das könnte ich nicht leben ohne meine Familie
Mein geheimes Talent abseits vom Handball ist Auto reparieren und kochen;)))))))))
Handball in drei Worten? Spaß, Motivation, Leidenschaft.
Im Training hasse ich am meisten Im Fußball verlieren.
In der Mannschaft bin ich bekannt für Saves von 7-Metern. ;)))))
Der schlimmste Ohrwurm, den ich je vorm Spiel hatte, war … ein Lied, das heißt Bauch Beine Po.
Wenn ich ein Superheld wäre, hätte ich die Superkraft unsichtbar sein.
Meine Mitspieler würden sagen, ich bin ein junger Mann. ;)))))
Am liebsten würde ich einmal gegen Rafael Nadal Tennis spielen.
Der peinlichste Moment meiner Karriere war: als ich ein Spiel verschlafen habe.




